Vertrauen in den Bürger
Nordhausen, 7.11.2007. In einem offenen Brief (liegt der Redaktion vor) fordern die JuLi´s Nordhausen den CDU – Bundestagsabgeordneten Manfred Grund auf, der von der Koalition beantragten Vorratsdatenspeicherung nicht zuzustimmen. "Mit großer Sorge", so heißt es in dem vom Kreisvorsitzenden Alexander Fischer verfassten Schreiben, "sehen die JuLi´s auch im Landkreis Nordhausen, dass Ihre Koalition weiter zielstrebig am Ausbau überwachungsstaatlicher Strukturen arbeitet." Die geplante Onlinedurchsuchung und "nun auch noch die Vorratsdatenspeicherung" seien dabei "die eindrucksvolle Spitze des Eisbergs". Würden diese Pläne Realität, sei das verfassungsmäßige Recht der Deutschen auf das Fernmeldegeheimnis "de facto nicht mehr das Papier wert, auf dem es steht.", so die Liberalen weiter.Es sei eine unerträgliche Vorstellung, dass über ein halbes Jahr sämtliche Telefon- und Onlinedaten gespeichert werden sollen und selbst ganz private Dinge wie beispielsweise auch Liebesbriefe Heranwachsender nicht wirklich vor dem Zugriff von Behörden sicher sind. Faktisch werde das ganze Volk unter Generalverdacht gestellt. Fischer erinnert an den alten Ausspruch Brechts, wenn die Regierung kein Vertrauen mehr in das Volk habe, solle sie es auflösen und ein neues wählen. "Soll das heute für eine rechtsstaatlich gewählte Regierung wieder gelten?", hinterfragt der 27jährige. Zugleich verweisen die JuLi´s darauf, dass solche Entscheidungen nur zu einem "aufgeblähten Überwachungsapparat" führen, der "letztlich viel kostet und doch nicht die gewünschten Erfolge bringen kann."Von Franklin stamme das Zitat: "Diejenigen, die bereit sind, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um sich vorübergehend ein wenig Sicherheit zu erkaufen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit." Und die JuLi´s fügen hinzu: "Sie werden Beides nicht erreichen."
"Geradezu geschmacklos und beschämend ist es", so Fischer abschließend gegenüber der Presse, "dass die Entscheidung zu mehr Überwachungsstaat ausgerechnet am 9. November im Bundestag durchgepeitscht werden soll."




Am 6. Januar hatte nnz-Leser Wolfgang Reinhardt zwölf Fragen an die Landratskandidaten Birgit Keller (LINKE) und Egon Primas (CDU) gestellt. Primas schweigt bislang, Keller hat die Fragen am späten Nachmittag öffentlicht beantwortet...