Home Presse & Artikel JuLis widersprechen der Jungen Union

Meist gelesen

Letzte News

JuLis widersprechen der Jungen Union

Nordhausen. Mit Sorge sehen alle Jugendlichen die zunehmende Gewaltbereitschaft der eigenen Generation. Verantwortungsvolle Politik betreibt allerdings nur der, der schon im Auftreten zur Deeskalation beiträgt. Eine ehrliche Politik gaukelt nicht einfache, schnelle Problemlösungen vor. Im aktuellen Fall fordert die Junge Union besser geschulte Lehrer und Streitschlichter, was sicher löblich gemeint ist aber nichts an den Gründen für die zunehmende Gewaltbereitschaft ändert, die überall auftritt und das nicht nur an den Nordhäuser Schulen. Lehrer und Streitschlichter können halt nicht überall sein und sie können eben nur Situationen entschärfen, aber keine Probleme lösen. Auch muss man ganz klar sagen, dass Lehrer nicht überall sein können.

In der Schule müssen Verantwortungsbewusstsein, Toleranz und friedliche Spielregeln vermittelt werden. Politische Bildung und Freizeitangebote müssen enger zusammenarbeiten. Hier ist vor allem der Dialog und die Begegnung von Jugendlichen und Angehörigen von Minderheiten zu verstärken. Jugendlichen in Problembereichen muss durch Streetworkern begegnet werden, die in der persönlichen Begegnung Vertrauen schaffen und auf sinnvolle Freizeitgestaltung, z. B. in Jugendclubs, hinweisen. Polizei und Justiz können nur die Symptome der Gewalt bekämpfen. Trotzdem ist vor allem die Polizei gefragt, sowohl als "Freund und Helfer" öfter in Erscheinung zu treten, als auch dem Bedürfnis nach Sicherheit vor allem in Städten nachzukommen. Gute Erfahren hat man mit "Runden Tischen" gemacht. Hier werden alle diejenigen vernetzt, die helfen können, Gewalt im Vorfeld zu verhindern: Schulen und Vereine, Jugend- und Drogenhilfe, Polizei und Justiz, Bürgermeister und natürlich Jugendliche selbst. Hier wird miteinander geredet, statt übereinander. Durch Umfeldverbesserungen - z. B. offene Schulhöfe, Vereinsprogramme - kann man zur Verringerung von der Jugendgewalt beitragen.

Aber die grundsätzlichen Ursachen für gewaltbereite Jugendliche liegen zumeist im Elternhaus und dem sozialen Umfeld und dort muss angepackt werden. Die Kommunen haben zwar keinen Einfluss auf die Bundespolitik, wohl aber auf den Jugendbereich und gerade dort darf man nicht weiter kürzen. Jugendliche brauchen Räume zur Entfaltung und zur Freizeitgestaltung, wenn man ihnen diese nimmt, wird die Gewalt weiter ansteigen. Perspektiven zu eröffnen muss die Losung sein.

 
nnz-online
tagesaktuelle Neuigkeiten aus Nordhausen und der Region
nnz-online
  • nnz-Forum: Peinliche Einsparungen
    Am Mittwoch erfuhren Leser der nnz, dass das Fußball Landesfinale laut Aussage des Kultusministeriums aus finanziellen Gründen für die Schülerinnen und Schüler an thüringer Schulen nicht stattfinden kann. Dazu ein Statement eine Partei-Nachwuchsorganisation...